Vorwort

Wir lernten Carlos Avilar während seines Aufenthaltes in Kiel kennen. Glücklicherweise haben wir die Möglichkeit bekommen, einige seiner in Deutschland gemalten Bilder zu sehen und zu bewundern.

Leider haben wir Carlos Avilar nach seiner Rückkehr nach Kolumbien aus den Augen verloren. Wenn Sie Informationen über diesen Künstler besitzen, bitte ich Sie, uns diese Infos zukommen zu lassen.


Leben des Malers (soweit bekannt)

Der kolumbianische Maler Carlos Augusto Ramírez Avilar wurde am 29. September 1968 in Kolumbien geboren. Von 1975 bis 1980 besuchte er die Grundschule "Colegio Parroquial San Gregorio Magno" in Bogotá. Anschließend war er von 1981 bis 1986 Schüler der der Sekundarschule "Colegio Distrial Atenasio Girardot" ebenso in Bogotá. Seinen Schulabschluss machte er im Jahre 1986.

Nach der Schule studierte er von 1988 bis 1995 Bildende Kunst an der Nationalen Universität von Kolumbien. Er beendete das Studium mit dem "Meister der bildenden Künste" im Jahre 1997.

Ein Aufbaustudium schloss sich in den Jahren 1995 bis 1997. An der "Escuela de Artes y Oficios" erlernte er den künstlerischen Umgang mit Edelhölzern.

Künstlerischer Werdegang

1988 war Carlos Avilar Leiter des Projektes "Städtische Wandbilder". Das Projekt wurde vom Städtischen Institut für Kultur und Tourismus in Bogotá ins Leben gerufen.
1999 war Carlos Avila als Designer in der "Werkstatt für Design und Künstlerische Kreation" tätig.
2000 Absolvierte er eine künstlerische Fortbildung im "Gimnasio Distrital Sabio Caldas" in Bogota.
2002: Einjähriger Aufenthalt in Deutschland. Hier malte er "unsere" farbintensiven Bildkompositionen.

Ausstellungen

1994: XIX. "Salon Cano" der Nationalen Universität von Kolumbien (kollektive Ausstellung).
1998: XXIX. "Salon de arte joven" in Bogotá (kollektive Ausstellung).
1999: V. "Salon del Fuego" in Bogotá (kollektive Ausstellung).

Beschreibung der künstlerischen Tätigkeit


Der Mensch, die Natur und die Geistlichkeit sind die drei wesentlichen Elemente, die in der Kunst von Carlos Avilar immer wieder dargestellt werden. In seiner Kunst ist Carlos Avilar auf der Suche nach einer Sprache, mit der er die Verbindung dieser Elemente mit der Existenz des Menschen verstehen kann. Auf diese Art und Weise präsentiert er mit seiner Kunst eine neue Beziehung zwischen der Vitalität der Kunst und der Tiefe des Geistes.



Anfangs enthielt seine Malerei direkt aus der Natur entnommene Elemente. Seine Malerei war deutlich figürlich. Später wurden diese Elemente durch Farbe und Gestalt des Bildes in eine immaterielle Atmosphäre getaucht. Sie vermitteln dadurch eine geistlich-mystisch Impression.

Einfluss indigener kolumbianischer Kultur

In Kolumbien gibt es zahlreiche indigene Kulturen, die der schamanistischen Tradition angehören. Deren Mitglieder leben in besonders harmonischer Beziehung mit der Natur. Großen Einfluss auf die Arbeiten von Carlos Avilar hatte der Besuch des Volksstammes der Kam´tza - Kulturt. Unter dem Einfluss des Schamanen konnte er die mächtige Lebenskraft der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur erfahren. Diese stellten eine reiche Quelle für neue Werke dar.

Das Bild des Samens spielt eine besonders große Rolle in indianischen Völkern. Nachdem er dieses verstanden hatte, stand das Bild des Samens für ihn als Lösung für die Frage nach dem Ursprung des Lebens. 



Nach seinem Aufenthalt bei den Kam´tza arbeitet Carlos Avila auch mit Keramik. Er nahm verschiedene Formen des Samens zum Vorbild für eine Folge kleinere Skulpturen. Diese charakterisieren sich durch weiche Modellierungen und zeigen den ästhetischen und plastischen Reichtum des Samens.



Tätigkeit als Kunstlehrer

Ungefähr ein Jahr arbeitete Carlos Avilar als Kunstlehrer in einer kolumbianischen Schule In dieser Zeit faszinierte ihn die Spontanität und die fast unbegrenzte Kunstfähigkeit der Kinder. Die von den Kindern benutzten intensiven Farben wurden Bestandteil der Malerei von Carlos Avilar. 



Aufenthalt in Deutschland

Die Zeit in Kiel ließ Carlos Avilar seine gesamte Arbeit besser verstehen, weil er hier die Zeit zu einer tiefgreifenden Analyse seines bisherigen Schaffens gehabt hat. Carlos Avilar begreift die in Kiel gemalten Bilder als einen wirklichen Fortschritt seiner künstlerischen Entwicklung. Die neuen Bilder besitzen all die Elemente, die er sich früher in seiner Malerei gewünscht hat. Sie benutzen keine figürlichen Elemente, sondern sind originelle Kompositionen mit intensiven Farben und natürlichen Harmonien. Auch wird die spirituelle Dimension durch die neue Bildsprache vermehrt.





© Stephan Nagel
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